Aktuelles

05.10.2018

Als der Protest aufs Land kam

Ein Vortrag in der Tonhalle erinnerte an das Jahr 1968. (MLZ 05.10.18)

Denise Perrefort-Elkemann Ahaus. „Das passt Deutschland nicht: Lange Haare, Miniröcke, Frauen in Hosen, Rauchen auf der Straße“ lautete eine reißerische Titelseite der Bild-Zeitung im Februar 1968. Aber waren dies die Themen, die die Deutschen in den Städten und auf dem Lande wirklich bewegten und auf die Straße brachten? Diese und weitere spannende Fragen waren es, denen Professor Thomas Großbölting (Foto) von der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster am Dienstagabend in seinem Vortrag „Das andere 1968. Die Protestbewegung global-national-lokal“ auf Einladung des aktuellen Forums Volkshochschule und dem Ehemaligenverein des Alexander-Hegius-Gymnasiums in der Tonhalle nachging. Klar ist, dass das Jahr 1968 viele Assoziationen und Erinnerungen hervorruft, die weit über die Mode und den Frisurentrend der Zeit hinausgehen. Denn es gilt als Jahr, in dem in vielen Ländern die linksgerichtete Studentenbewegung und die Bürgerrechtsbewegung ihren Höhepunkt erreichten. „Wenn man das Jahr 1968 thematisiert, gibt es heute wie damals Protestbefürworter und Protestgegner“, so Großbölting. Für die einen stehe das Jahr für den Aufbruch in eine neue Zeit, für die anderen für den Untergang von Tradition und Moral. „In Amerika waren verschiedene Bewegungen wie die Black Panther, die Frauenbewegung, die Studenten oder die Hippies die Träger der Protestbewegung und auch in anderen Ländern gab es revolutionäre Strömungen wie zum Beispiel in Tschechien den Prager Frühling, in Amsterdam die Hausbesetzerszene oder in Deutschland denken wir an Namen wie Dutschke oder Langhans“, erklärte Thomas Großbölting. „Revolution live im TV“ „1968 war die erste Revolution, die live im Fernsehen übertragen wurde, denn Ende der 1960er-Jahre hatte jeder dritte Haushalt ein Fernsehgerät.“ Und so schwappten diese Ideen auch in die ländlichen Wohnzimmer, doch konnten sie sich auch hier manifestieren? Die Hauptträger der Protestbewegung in Westfalen seien die Studenten gewesen, doch in Münster zum Beispiel war die Studentenbewegung weniger politisch als in anderen Städten. „Die Münsteraner wurden als „brave Studenten“ bezeichnet, die sich bei Demos an die Auflagen der Polizei hielten“, erklärte Großbölting schmunzelnd. „Die Auseinandersetzungen waren weniger politischer, mehr kultureller Art“, so der Professor. Es seien Autoritätsprobleme gewesen, die man zu beheben suchte, die Demokratisierung des Unisystems sei Ziel dieser Bestrebungen gewesen. Im Lehrerzimmer Mitte der 1970er standen dann ehemalige Studenten der 1960er der „alten“ Generation gegenüber, was eindeutig zu Autoritätskonflikten führte. Und auch außerhalb der Lehranstalten habe es andere Orte auf dem Lande gegeben, wo sich die 1968er Bewegung „ereignete“. „Festivals, Kommunen wie die Kronenburg in Münster und auch linke Buchläden waren informative Umschlagpunkte“, so Großbölting. Und so blieben auch die ländlichen Teile Deutschlands nicht von den Protesten unberührt. Die Feststellung, dass das Tragen von Jeanshosen hier auf dem Lande damals „eine Weltanschauung“ war, zeigten, dass auch in der „Provinz“ der Geist der 1968er zu spüren war.
03.10.2018

Johannes Benkhoff und die Merkur-Mission

Geophysiker Johannes Benkhoff aus Ahaus ist einer der führenden Esa-Wissenschaftler der „Bepi-Colombo“-Mission zum Merkur. Er weiß um die Herausforderungen des Projekts. (MLZ 03.10.18)

Ahaus/Noordwijk Von Christian Bödding Esa-Astronaut und Geophysiker „Astro-Alex“ (Alexander Gerst) ist weltweit bekannt. Esa-Geophysiker Johannes Benkhoff aus Ahaus arbeitet mehr im Verborgenen. Dabei sind beide für die Europäische Weltraumagentur Esa tätig. Während Alexander Gerst die Internationale Raumstation ISS kommandiert, obliegt Johannes Benkhoff eine nicht minder wichtige Aufgabe. Er ist einer der führenden Wissenschaftler der Esa-Mission zum Merkur und hat das wissenschaftliche Kommando. Dabei handelt es sich um ein europäisch-japanisches Gemeinschaftsprojekt zum kleinsten Planeten unseres Sonnensystems. Ende Oktober soll die Raumsonde „Bepi-Colombo“ zum Merkur fliegen. Johannes Benkhoff wird den Start der Ariane-Trägerrakete live vom Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guayana verfolgen. Zielstrebig verfolgte der 57 Jahre alte gebürtige Ahauser auch seinen Berufsweg. Nach dem Abitur am Alexander-Hegius-Gymnasium – mit glänzenden Noten in Physik und Mathematik – studierte er an der Uni Münster Geophysik. „Ich hatte einen Physiklehrer, der mich für das Fach begeisterte“, erzählt Johannes Benkhoff am Dienstag im Gespräch mit unserer Redaktion. „Das gab den Ausschlag fürs Studium.“ Mitte der 80er-Jahre bekam er einen Job als studentische Hilfskraft am damals neu gegründeten Institut für Planetenphysik. Der Grundstein für die Karriere war gelegt. Seit ungefähr zwölf Jahren arbeitet Johannes Benkhoff für die Europäische Weltraumagentur Esa. Aktuell ist er in Noordwijk in den Niederlanden tätig, dort steht das Technologiezentrum der Esa. Seinen Wohnsitz hat er in Den Haag. „Unser Ziel ist es, dass wir verstehen wollen, wie wir selbst entstanden sind“, umreißt Johannes Benkhoff die Bepi-Colombo-Mission. Benannt ist sie nach einem italienischen Wissenschaftler, der in den 70er-Jahren an der „Mariner 10“-Mission der amerikanischen Weltraumbehörde Nasa maßgeblich beteiligt war. „Wenn man wissen will, wie wir entstanden sind, muss man sich nicht nur die Erde anschauen, sondern auch die Planeten und die Sonne. Dabei wurde Merkur ein wenig vergessen“, sagt Johannes Benkhoff. Dabei sei gerade der Merkur ein wichtiger Bestandteil unseres Sonnensystems, „weil er nah an der Sonne ist und ein Magnetfeld wie die Erde hat.“ Die Europäer schicken nun also eine Sonde auf die Reise zum Merkur. Genauer gesagt, eine Sonde, die zwei Orbiter erhält – einen europäischen Orbiter und einen Orbiter der japanischen Partnerorganisation Jaxa. Johannes Benkhoff: „Der bei uns gebaute Orbiter ist mehr dafür gedacht, den Planeten zu fotografieren und zu charakterisieren. Wir wollen feststellen, welche Mineralien es auf der Oberfläche gibt, ob Vulkanismus vorhanden ist und wie die Temperaturen sind.“ Die Japaner kümmern sich mehr um die Exosphäre und studieren, wie die Strahlung der Sonne mit dem Magnetfeld des Merkur interagiert. Die Erforschung des Merkur ist schwierig. Das hat vielerlei Gründe. „Merkur kann zum Beispiel mit manchen großen Teleskopen nicht beobachtet werden, weil er zu nah an der Sonne ist“, nennt Johannes Benkhoff einen Grund. Hinzu kommt, dass die Temperaturen dort zwischen 180 Grad und 430 Grad Celsius schwanken. Das stellt besondere Anforderungen an den Hitzeschutz. „Merkur ist auch sehr schwer zu erreichen, weil man sehr viel Energie verbraucht“, nennt der Geophysiker einen weiteren Grund. „Man muss gegen die Anziehungskraft der Sonne bremsen. Dafür braucht man extrem viel Energie. Aber wir können nicht so viel Treibstoff tanken, wie wir bräuchten.“ Deshalb bedient sich die 6,40 Meter hohe und vier Tonnen schwere Sonde auf ihrer Reise der sogenannten Swing-by-Technik. Bepi-Colombo holt auf der Flugroute mehrmals Schwung an der Erde, der Venus und dem Merkur, um der gewaltigen Anziehungskraft der Sonne zu entkommen und eine sichere Umlaufbahn um den Planeten zu erreichen. Dieser komplizierte Weg zum Merkur dauert über sieben Jahre und ist mit fast neun Milliarden Kilometern hundertmal länger als der direkte Weg. Anfang 2026 soll „Bepi-Colombo“ die Arbeit aufnehmen. „Bis dahin ist noch einiges vorzubereiten“, erklärt Johannes Benkhoff und nennt beispielhaft die Stromversorgung und die Datenübertragung. Schließlich sollen die Instrumente in den Orbitern reibungslos funktionieren, wenn sie eingeschaltet werden. Die Esa hat diese Instrumente nicht selber gebaut. „Sie kommen zum Beispiel von Universitäten und aus vielen verschiedenen Ländern.“ Zu Johannes Benkhoffs Aufgaben zählt, die Interessen der jeweiligen Kunden mit den Aufgaben der Sonde in Einklang zu bringen. „Da gibt es viel Reibung, die man rausnehmen muss, um zu einem guten Ergebnis zu kommen“, sagt er. Es gelte unter anderem sicherzustellen, dass jedes Instrument auch die Beobachtungszeit bekomme, die es benötige. Dazu gehört auch, dass die Triebwerke der Sonde keine Teilchen ausspucken, die die Messungen gefährden. Seit über 20 Jahren wird schon an der „Bepi-Colombo“-Mission gearbeitet, die Missionsdauer ist nach dem Erreichen der Merkur-Umlaufbahn auf zunächst ein Jahr veranschlagt. Trotz all der Arbeit findet Johannes Benkhoff aber noch Zeit, seine Eltern und seine Schwiegermutter in Ahaus zu besuchen. „Ich bin fast alle vier Wochen für einen Kurzbesuch in der Stadt.“
14.09.2018

Einladung in das Schloss Bellevue

Friedrich Pfeifer (67) war zu Gast beim Bundespräsidenten. Nicht ohne Grund. (MLZ 11.09.18)

Ahaus. „Ich habe bisher wirklich noch nicht herausbekommen, wem ich diese Einladung zu verdanken hatte“, sagt Friedrich Pfeifer(Foto). Dabei waren der Wessumer und seine Frau am zurückliegenden Wochenende nicht irgendwo zu Besuch, sondern geladene Gäste im Schloss Bellevue von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in Berlin.
Die offizielle Einladung erhielt der 67-Jährige im Juli dieses Jahres. So wie auch gut 4000 weitere Bürger, die sich in Deutschland ehrenamtlich engagieren. Im Falle von Friedrich Pfeifer ist das der Einsatz für den Umweltschutz. Engagiert im Naturschutz Seit Jahrzehnten setzt sich der pensionierte Oberstudienrat schon für diesen ein. Nicht nur während seiner Zeit als Biologie- und Chemielehrer am Alexander-Hegius-Gymnasium, sondern auch noch heute. Aktuell ist er im Fachbeirat des Kreises Borken für die Gruppe „Bund“ (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland), Mitglied in der dortigen Naturfördergesellschaft sowie im Vorstand der Biologischen Station Zwillbrock.
„Ich denke, dass die Einladung mit einer dieser Tätigkeiten zusammenhängt“, so Friedrich Pfeifer, der vor allem den Freitag der zweitägigen Veranstaltung (7. und 8. September) als „besonderen und schönen Tag“ in Erinnerung behalten wird.
Persönliche Ehrungen durch den Bundespräsidenten gab es an den beiden Tagen jedoch nicht. „Auch wenn das viele Außenstehende im Vorfeld gedacht haben“, so der 67-Jährige. Vielmehr zählte die Einladung „zur gut organisierten Gartenparty“ als solche. „Es war einfach ein Dankeschön für alle, die sich ehrenamtlich engagieren“, berichtet Pfeifer im Gespräch mit der Münsterland Zeitung. Dass ein solches Fest in diesem besonderen Ambiente natürlich unvergessen bleiben wird, liegt auf der Hand. „Es herrschte eine tolle Stimmung. Es gab viele kleine Stände, die unterschiedliche kulinarische Leckereien anboten und auch ein vielfältiges Live-Musik-Programm“, skizziert der Wessumer. Persönliches Highlight sei für das Ehepaar Pfeifer allerdings die Führung durch das Schloss selbst gewesen. „Der Rundgang war faszinierend. Da war selbst der Blumenschmuck farblich auf die Einrichtung abgestimmt.“ Und Friedrich Pfeifer stellt klar: „Frank-Walter Steinmeier wirkt absolut authentisch. Das ist nicht selbstverständlich für Politiker.“ 
25.07.2018

Legden lässt jungen Thron hochleben

(MLZ 24.07.18)

Mit der Proklamation des neuen Throns um König Lukas Herbers und Königin Jana Richter (Mitte) und der Übergabe der Insignien begann der Sonntagabend bei der Allgemeinen Schützengesellschaft Legden. Die Polonaise vom Festzelt durch den Dorfkern begleiteten der Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Legden unter Leitung von Thomas Beckhaus und der Spielmannszug Südlohn unter Leitung von Norbert Rathmer. Auf dem Ludwigsplatz vor dem Rathaus formierte sich die Schützengesellschaft zum Großen Zapfenstreich. Das Throngefolge bilden (v.l.) Helena Grimmelt, Fabian Laukamp, Carolin Herbers und Niklas Roters. Der Krönungsball mit der Tanzband „Spotlight“ aus Epe sorgte für stimmungsvolle Stunden bis in den Montagmorgen.
17.07.2018

Rainer Böcker regiert

(MLZ 17.07.18)

Als Rainer Böcker als neuer Schützenkönig feststand, kannte der Jubel an der Vogelstange keine Grenzen.  Von Elvira Meisel-Kemper Ein bisschen hat das Vogelschießen auf dem Schützenfest etwas von Fußballatmosphäre: wenige schießen und die Massen jubeln oder fiebern mit. So war es auch am Montagvormittag an der Vogelstange des Schützenvereins Wessum an der Südstraße, als Rainer Böcker mit dem 375. Schuss nach zwei Stunden und 25 Minuten Schützenkönig wurde. Um 11.10 Uhr wurde der erste Schuss auf den noch kompletten Vogel abgegeben vom abgedankten König Benedikt Witte, seinem Gefolge und den Ehrengästen. Danach wurde es ernst und die Schlange der Schützenköniganwärter immer länger. Schon nach 15 Schüssen fiel der linke Flügel, quittiert von Jubel und Staunen der Zuschauer. Nach weiteren sechs Schüssen purzelte auch der andere Flügel zu Boden. Danach machte sich Anspannung breit. Immer wieder schaute sich Schießwart Paul Plate mit dem Fernglas den Zustand des Vogels an, der immer schlanker wurde. „Jeder darf nur einen Schuss abgeben. Danach muss er sich wieder hinten anstellen. Wenn es ernst wird, müssen die Finalisten frühzeitig eine mögliche Königin benennen“, erläuterte Plate. Doch vorerst rührte sich nicht viel am Holzvogel im Kugelfang. Ab und zu erzitterte der Vogel, wenn er mal wieder getroffen war. Löcher an beiden Seiten zeigten die Treffer. Immer wieder flogen Sägespäne durch die Luft, während die Kinder dicht am Zaun klebten und mit Spielzeugpistolen schon einmal das Anvisieren übten. Nach 150 Schüssen wurde eine Feuerpause eingelegt. Zuckerwatte, Pommes und volle Getränkebecher machten die Runde. Es war die Ruhe vor dem Finale, das der Musikverein Wessum immer wieder begleitete mit seiner Musik. Kräftig mitgeschossen Rainer Böcker hatte schon vorher kräftig mitgeschossen. Immer wieder stellte er sich vor der Feuerpause in der Schlange an. Wie oft er geschossen hatte, konnte er nicht mehr sagen. Böcker gehörte mit Raphael Gebker und Christoph Becker zu den Finalisten. Gebker hatte Böcker schon einmal die Königswürde weggeschnappt. „Das war beim Kinderschützenfest. Er stand vor mir und wurde Kinderschützenkönig“, erläuterte Böcker lachend. Bei diesem Schützenfest hatte allerdings Rainer Böcker die Nase vorn. Immer wieder wurde er von einem großen Frauenkreis lautstark mit „Rainer, Rainer“ angefeuert. Der 375. Schuss saß dann, abgegeben um 13.35 Uhr. Böcker brachte den Vogel zum Sturzflug und Jubel brandete auf, wie bei einem gelungenen Fußballsieg. „Das ist doch das Schönste, Schützenkönig in Wessum zu werden“, freute sich auch Rainer Böcker und jubelte „seinem Volk“ und seiner Königin Heike Becker zu. Ehrenpaare wurden Christoph und Anne Etzrodt, Dorothee Böcker und Christoph Becker.
02.02.2018

Mit Menschlichkeit und Konsequenz...

Mit Ablauf des Januars endete auch für Winfried Terwolbeck die berufliche Zeit als stellvertretender Schulleiter am AHG. Terwolbeck startete seine berufliche Laufbahn 1981 als Lehrer für Geschichte, Sowi und Sport, und war seit...

Mit Ablauf des Januars endete auch für Winfried Terwolbeck die berufliche Zeit als stellvertretender Schulleiter am AHG. Terwolbeck startete seine berufliche Laufbahn 1981 als Lehrer für Geschichte, Sowi und Sport, und war seit 2008 als stellvertretender Schulleiter tätig. Seine Verabschiedung war geprägt von einer großen Herzlichkeit und liebevoller Vorbereitung aller Beteiligten der Schulgemeinde. Schulleiter Michael Hilbk resümierte Terwolbecks Zeit am AHG mit größter Wertschätzung und verabschiedete ihn in allen Ehren. Er dankte für sein langjähriges, zutiefst von Menschlichkeit geprägtes pädagogisches Handeln, sowie seine konsequente Haltung als stellvertretender Schulleiter. Die Schule verabschiedete Terwolbeck - ganz in seinem Sinne - mit einem besonderen Format: das Lehrerkollegium lud die Gäste und ihren stellvertretenden Schulleiter zu einem Büfett mit selbst zubereiteten Köstlichkeiten der Extra-Klasse ein. Hilbk selbst hielt eine kurze Rede, in der er Terwolbecks sehr differenziertes und überzeugendes Selbstkonzept lobte, überreichte ihm die Urkunde der Bezirksregierung und ein Präsent. In Abstimmung mit Kollegium, Lehrerrat und dem Schulträger, der Stadt Ahaus, war Hilbk es, der den Raum eröffnete, um die über 50 Jahre am AHG des Winfried Terwolbeck zu würdigen. So nahm Terwolbeck die Gelegenheit wahr, sich von all denen zu verabschieden, die ihn in seiner Laufbahn am AHG begleitet haben. Dazu gehörten Kollegium, Schülervertreter_innen, das Sekretariat, die Hausmeister, als auch die vergangenen Schulleiter Joachim Engelhardt, Johannes Kaiser und als Vorgänger in seinem Amt, Jürgen Hiddemann. Selbstverständlich die Vertreter der Stadt Ahaus, Werner Leuker und Reinhold Benning. Es gab Geschenke und es gab natürlich auch ein paar Worte, die das versuchten auszudrücken, was Winfried Terwolbeck in seiner Zeit für die Schule geleistet hatte. So wies beispielsweise Herr Leuker darauf hin, dass Terwolbeck den Menschen, allen voran den Schüler_innen, immer mit sehr viel Menschlichkeit und Konsequenz begegnet sei. Das war spürbar. So in den Beschreibungen Terwolbecks selbst im kurzen Rückblick auf seine Berufsjahre. Und das war vor allem spürbar in der herzlichen und würdevollen Atmosphäre, die in dieser Mittagspause eine geradezu feierliche Unterbrechung der Zeugniskonferenzen darstellte. Das war vor allem spürbar bei der Überreichung der durch Kollegium, Schüler_innen und Sekretariat eigens gestalteten Seiten in gebundener Buchform. So fasste die Klassensprecherin der 6c, Jula, treffend zusammen: „ Es ist schade, dass Sie gehen!“. 
15.11.2017

Schriftlicher Rückblick aufs Schuljahr

Blick zurück Das Jahr neigt sich dem Ende zu und die gesamte Medienlandschaft, egal ob Fernsehen, Radio oder Printmedien, präsentiert stets unzählige Jahresrückblicke. Woher kommt dieses Bedürfnis, das Jahr Revue passieren zu...

Blick zurück Das Jahr neigt sich dem Ende zu und die gesamte Medienlandschaft, egal ob Fernsehen, Radio oder Printmedien, präsentiert stets unzählige Jahresrückblicke. Woher kommt dieses Bedürfnis, das Jahr Revue passieren zu lassen und was genau bringt der Blick zurück eigentlich? Eine Menge – dessen sind sich die Mitglieder des Vereins der Ehemaligen des Alexander-Hegius-Gymnasium sicher und brachten voller Überzeugung ihren ganz eigenen Jahresrückblick, ihr Jahresheft 2017, heraus. Denn Rückblicken heißt auch Inne halten, sich Ereignisse und Momente in Erinnerung rufen, reflektieren und im besten Falle auch etwas zu lernen. Voller Stolz auf die nunmehr sechste Ausgabe des Jahresheftes überreichten einige „Ehemalige“ des AHGs die über 160 Seiten schwere Rückschau Bürgermeisterin Carola Voß und Winfried Terwolbeck als Vertreter des AHGs. „Das ist nun schon das dritte Mal“ freute sich die Bürgermeisterin, „dass ich ein Jahresheft von Ihnen entgegennehmen darf“. Und nach kurzem Blättern fügte sie hinzu: „Ich habe das Gefühl, als würde es von Jahr zu umfangreicher und professioneller.“ Dem konnte Winfried Terwolbeck nur zustimmen: „Es ist wirklich erstaunlich, wieviel Engagement und Herzblut die Mitglieder des Vereins, aktive Schüler und auch Lehrer, allen voran Christoph Tewocht, Chefredakteur der Chronik und ehemalige Lehrer, in dieses Heft gesteckt haben.“  Und ein Blick in die Rückschau bestätigt die Worte des stellvertretenden Schulleiters und zeigt, dass sich zum einen diese Arbeit eindeutig gelohnt hat und dass Schule mehr ist, als nur der Ort für Klassenarbeiten und Vokabellernen. Berichte über Schulprojekte wie die Teilnahme am Kunstmarkt „Kunst am Schloss“, Aktivitäten der Europa-AG oder des Schüler-Kabaretts belegen, dass die gemeinsamen Aktivitäten über die Grenzen der Schule und der Unterrichtszeit hinausgehen, ebenso wie die Beiträge über Verabschiedungen, Ehemaligentreffen und Nachrufe für ehemalige Lehrer und Schüler zeigen, dass mit dem Ende der Schulzeit nicht auch die Verbundenheit zum AHG endet. Wer Interesse hat, selbst einen Blick zurück zu wagen, kann das Jahresheft im Sekretariat des AHG oder den örtlichen Buchhandlungen käuflich erwerben.

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